Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2017 29.01.

Van Van Van

Zufälle gibt’s nicht, heißt es in einschlägigen Philosophiebüchern. Wenn aber doch, dann ist es ein zufallender Auffall, dass im dritten Jahr in Folge nach der JHV unseres geliebten Profik-Huhns-et-Pfau im Rahmen der freien Bühne ein Überraschungsauftritt stattfand. Wie in den Jahren zuvor öffnete sich nämlich pünktlich um 23.23 Uhr die Schwingtüre zur Kneipenbühne und herein bibberten drei anachronistisch wirkende Frauen, bewaffnet mit einer Maultrommel, einer Ukulele und einer Drehleier. (Jetzt meint wieder so manch ein einheimischer Fäulnistonist = Zeitungsverschreiberling, dass das „Drehleiter“ heißen müsse; nein, nein: schon „Drehleiher“ – ein Tasten-Saiten-Kasten-Instrument mit einer Kurbel dran. Und nein, das ist auch kein Leierkasten. Mensch Meier!) 
Diarrhö(hrl) beiseite: Anachronistisch deshalb, weil die Drei in Oberbayerischen Dirndln antanzten, dazu aber eine affenarschrot, us-präsidentengelb und auswurfgrün gefärbte Haartracht trugen, punkmäßig irokesenhaft halbmetrig in die Höhe gegelt und gebrezelt. Ein unglaublicher Blickfang. Als sie dann aber – voll akustisch, ey Alter! – ihre Niederbayerische No-Future Message "Des ois is a G'schiss, bloß dass Schütz'nball is, des is g'wiss!" in die nicht vorhandene Menge jubelten, wurde das Publikum (bestehend aus Hanne und Golly) ins Orwell-Jahr 1984 zurückgebeamt, nein geschleudert, direkt in den Schützenball des hiesigen Pistolen-, Armbrust- und Gewehr-Fetischisten-Vereins. Ein gleichermaßen wunderbarer wie seltsamer Vorgang!
Was aber bringt eine Band dazu, sich „Van Van Van“ zu nennen? Dachten die drei Mädels an die deutsche Kultband „Kraftwerk“ und ihren Superhit „(Wir fah’n fah’n fah’n auf der) Autobahn“? Dachten sie an Mozarts „Così fan tutte“ oder an Votan Vanwitz, Ludwig van Beethoven, Dave Van Ronk, Funny van Dannen, Pfanni van Sinnen, Vanni Knödel, Fanta-Limonade, Townes Van Zandt, ein Fisch namens Vanda, Van Houten oder Van Morrison?   Nein. Wie sie ihrem Publikum glaubhaft versichern konnten, hat ihr Name auch nichts mit "Da Da Da" (Trio), „Wet Wet Wet“ oder „Go Goggo Go“ zu tun. Sie heißen einfach Vanessa, Vanja und Vannabelle, sind in ihrem Dethleffs-Caravan,van,van schon „vansinnig lang“ auf Deutschlands Straßen unterwegs und wollen demnächst mit Überseh-Koffern (werden leicht übersehen) ins kanadische Vancouver (sprich: Fan-Koffer) übersetzen (ins Französische) - van hinten (Osten), versteht sich. Toi, toi, toi, ihr droi! 
Die beiden O’wei-ler (ab sofort echte Van-Van-Van-Fans) entlohnten die van-tastischen A-van-tgardistinnen jedenfalls Salman-Závodský-fürstlich. Vann, venn nicht jetzt!?
Da „HuG, wir haben gesprochen“ (Hanne und Golly) auf solche Zücken nicht vorbereitet waren, verpassten sie leider – verzickt wie sie waren –, den alten ausgeleierten Camcorder und den ebensolchen Fotoapparat zu zücken. (Die visuelle Dekoration des dazugehörigen optischen Exempels erlauben sie sich deshalb im Vertrauen auf dero gütigste Gewogenheit der geschätzten Imagination des b.t. publici submissest anheimzustellen.)