Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2012 15.09.

Vicki Genfan

Vicki Genfan, mehrfach preisgekrönte Gitarristin und Singer/Songwriterin aus New Jersey, eröffnete am vergangenen Samstag die neue Kneipenbühnen-Saison mit einem prächtigen Konzert. Die sympathische Gitarrenvirtuosin spielte sowohl eigene Instrumentalkompositionen als auch Songs, deren nachdenkliche und sinnliche Texte tief unter die Haut gingen. Hin und wieder flocht sie ein Lied aus der Popgeschichte ein, etwa „Norwegian Wood“ von den Beatles, „All Along The Watchtower“ von Bob Dylan oder „Leaving on a Jetplane“ von John Denver. Bei letzterem wurde sie von Sally Barker an den Egg Shakes begleitet. Die Engländerin entpuppte sich als phantastische Sängerin, die im Solo- wie im Chorgesang gleichermaßen rundweg begeisterte: Derartig schön und überzeugend hat man Denvers alte Schnulze wohl selten gehört. Wesentlich bei Genfans Konzert im vollen Klassenzimmer waren jedoch die unzähligen Klangvarianten, die Vicki ihrer akustischen Gitarre entlockte. Und sie beschrieb recht anschaulich, wie sie zu ihrem ureigenen Stil gelangte. Die offenen Stimmungen habe sie sich von Joni Mitchell abgeguckt, die perkussiven Grooves von Richie Havens. Dazu entwickelte sie eine höchst sensible Verfeinerung des Flageolett-Spiels in Kombination mit Tapping auf Gitarrenkorpus und Griffbrett. Sie könne ihre Spielweise in fünf Minuten erklären, habe für deren Entwicklung jedoch 35 Jahre gebraucht. Das Resultat begeisterte die atemlos lauschenden Zuhörer, die eine Zugabe nach der anderen forderten. Vicky Genfan gewann in Oberweiling eine Menge neuer Fans: Das kann man ohne Übertreibung sagen.