Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2011 19.02.

d’Housemusi

Drei exzellente Musiker waren zuletzt in Owei zu Gast: d’Housemusi, ein Trio, in dem auch der Kabarettist Sepp Müller mitwirkt. Der brachte mit aberwitzigen Zwischentexten und skurrilen Songs das Publikum im restlos besetzten Klassenzimmer von Anfang an zum Toben, als er zum Beispiel den überirdisch schönen Klang eines alten Milchkannendeckels vorführte oder sich über eine spezielle zwei-Klassengesellschaft ausließ: „Privat oder Kasse?“, bitterbös und zum Brüllen komisch. Dass er an seinen Perkussionsinstrumenten manchmal wirkte, als hätte er Animal aus der Muppet-Show verschluckt, tat ein Übriges: und siehe da, Statler und Waldorf, die zwei unverzichtbaren Protagonisten der amerikanischen Kultserie applaudierten begeistert vom Kneipenbühnenbalkon.
Was aber wäre dieses Trio ohne den virtuosen Zitherspieler Toni Fischer. Spätestens seit dem Zither-Manä weiß man, dass dieses ehrwürdige alpenländische Instrument auch für Blues geeignet ist. Toni Fischer geht wesentlich weiter, er interpretiert Metallica und Songs der schwedischen Hardrockband Europe inklusive abgefahrener Soli (etwa: The Final Countdown), an denen sich so mancher Gitarrist die Zähne ausbeißt. Seine witzigen Textadaptionen über Liebe, Schmerz und Verlassenwerden trafen genau ins Herz. Dass sie singen können, bewiesen alle drei, solistisch und im Chor. Und während Toni Fischer, der mit Sicherheit bald auf dem Titelbild der Bravo zu finden sein wird, zwischen Akustik-Elektrogitarre und Zither wechselte, brillierte Martin Regnat auf seiner wunderschönen Knopfharmonika (der „Ziach“), spielte neben einer akustischen Gitarre so erstaunliche Instrumente wie eine in der Wienerischen Schrammelmusik des 19. Jahrhunderts angesiedelten Kontra-Gitarre (ein doppelhalsiges 18-Saiten-Gerät) oder eine von den Kanarischen Inseln stammende Timple, ein kleines fünfsaitiges Instrument, das man am besten mit einer Ukulele vergleichen kann. Er tat das immer voller Gefühl, sehr sensibel und geschmackvoll, und begab sich damit auf dieselbe Ebene wie seine beiden Mitstreiter. Auf der anderen Seite verhackstückten sie lustvoll und mit großem Vergnügen (auch fürs Publikum) Slavko Avseniks unsägliche Oberkrainer „Musik“. 
Ganz zum Abschluss durfte natürlich eines nicht fehlen: Das Harry-Lime-Thema aus dem Spielfilm „Der dritte Mann“, mit dem der österreichische Zithervirtuose Anton Karas einen Hit in den US-Charts landete, wohlgemerkt im Jahr 1949!