Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2010 20.11.

Liederjan

Horch was kommt von draußen rein - wird James Bond gewesen sein... Schon beim Einmarschieren in das Klassenzimmer hatten die drei Vollblutmusiker von Liederjan eine skurrile musikalische Überraschung im Gepäck. Und auch danach konnten sie mit ihren lustigen, nachdenklichen und bissigen Texten am vergangenen Samstag in der vollen Kneipenbühne ihr Publikum rundum begeistern. Mit einer unüberschaubaren Menge an Musikinstrumenten, die durchweg mit großem Können gespielt wurden, sorgten Michael Lempelius, Jörg Ermisch und Hanne Balzer für Abwechslung: Singende Säge, Tuba, Ukulele, Banjo, eine kleine mechanische Orgel, Tin Whistles, Schifferklavier, ein Zweimann-Akkordeon wurden neben Gitarre, Bouzouki, Mandoline, Querflöte und Saxophon stets geschmackvoll und an der richtigen Stelle eingesetzt. Dazu gesellte sich eine launige, oft subversiv-hinterfotzige Moderation und ein perfekter dreistimmiger Gesang. Viele Zugaben mussten sie geben, die Nordlichter, darunter einen wahren Höhepunkt, nämlich das a capella gesungene alte Lied „Den Ackermann soll man loben“ - mit einem etwas aktualisierten ironischen Text, versteht sich.
Liederjan machen Kleinkunst wie es besser nicht geht: das Trio versprüht seinen Esprit, man merkt ihm vor allem bei den vielen eigenen Nummern die unbändige Spielfreude an. So wird deutsche Volksmusik lebendig, auf diese Weise öffnet sich eine unermesslich wertvolle Schatzkiste und man spürt sofort: Heinos schwarzbraune Haselnuss ist so überflüssig wie ein alpenländischer Musikantenstadelkropf.