Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2008 18.10.

Elisabeth Lohninger Quartet

Am vergangenen Samstag wurden in der Kneipenbühne die Ohren von Jazzfans mit musikalischer Qualität höchsten Niveaus verwöhnt. Schon bei den ersten Tönen fing das Publikum Feuer - der Wahl-New-Yorker Walter Fischbacher (Piano) und die beiden Prager Petr Dvorsky (Kontrabass) und Otto Hejnic (Schlagzeug) deuteten mit einem aberwitzigen Hardbop an, was sie können – und sie hielten den ganzen Abend über, was sie in dieser ersten Nummer versprachen, nämlich federnde, duftige Musik, virtuos und spannend, flink und intelligent, in unverwechselbarem transparentem Sound. Dann betrat Elisabeth Lohninger die Bühne, um mit einem französischen Chanson (pourquoi, pourquoi pas) die Herzen der Zuhörer im Sturm zu erobern und etwaige Verspannungen einfach wegzufegen.
Lohningers Altstimme ist ebenso kraftvoll wie sinnlich, ihre stilistischen Möglichkeiten schier unbegrenzt – deshalb hat sie auch keinerlei Berührungsängste mit den verschiedensten Genres. Jedoch: ob sie nun einen Blues sang (herrlich situationsbezogen: your mind is on vacation but your mouth is working overtime – dein Hirn hat Urlaub aber dein Mund macht Überstunden) oder „Dear Prudence“ von den Beatles interpretierte - immer gab sie zusammen mit ihrer phantastischen Band dem jeweiligen Song ein unikales Gepräge. Auch Eigenes stand auf dem Programm wie „There She Goes“, eine kleine New Yorker Geschichte mit einer wunderschönen Gänsehaut-Ohrwurm-Melodie, in der Einleitung unisono zum swingenden Kontrabass gesungen. 
An der ersten Zugabennummer „Kiss“ - von Prince - hätte Herbie Hancock seine helle Freude gehabt, über die zweite - „Wann i a Musi hör!“ – hätte sich der viel zu früh verstorbene Werner Pirchner, das Enfant Terrible des Österreichischen Hard-Folk-Jazz, köstlich amüsiert.