Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2008 05.04.

Andy Fite

Manchmal, nicht oft, aber manchmal fehlen die Worte, um ein Konzert adäquat zu beschreiben. Der US-Amerikaner Andy Fite, seit Jahren in Stockholm ansässig, hat geschafft, dass einem die Spucke wegbleibt. Nicht nur, dass er einer der besten Gitarristen ist, die jemals das Kneipenbühnenpublikum zu Gesicht bekommen hat, nicht nur, dass er ein begnadeter Songschreiber ist, dessen wunderschön gesungene Melodien tief unter die Haut gehen, nicht nur, dass er mit samtweicher Stimme höchst komplexe und komplizierte Skatgesänge mühe- und fehlerlos frei improvisiert, nein – er ist zudem ein charismatischer Conferencier, dem der Schalk im Nacken sitzt, ein mit Wörtern spielender Kindskopf, dessen Kreativität schier aus allen Nähten zu platzen scheint. So stellt er dem faszinierten Publikum Stücke aus seinem neuesten Album (dem dreißigsten, dem vierzigsten?) vor – jedem Stück ist ein Buchstabe zugeordnet. Andy bittet seine Zuhörer um entsprechende Zurufe und hat natürlich alle 26 Songs parat. Jemand sagt „X“ - und schon singt Fite, wie er einmal zu Weihnachten (X-mas) eine Röntgenbrille (x-ray-specs) geschenkt bekommen hat: das ist traumhaft schön und zum Brüllen komisch. 
Und wenn er einmal covert, dann aber auch absolut unvergleichlich: seine Version von „Smoke On The Water“ hat – so geht das Fama - einst in einem New Yorker Club zwei Deep-Purple-Mitglieder vom Sockel gehauen, das Oberweilinger Publikum übrigens auch. 
Wer dieses Jahrhundert-Highlight verpasst hat und seine Scheu vor dem fürchterlichen Wort „Jazz“ zu überwinden vermag: Andy Fite hat versprochen, im September Oberweiling ein weiteres Mal zu beehren.