Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2007 24.02.

Hammer und Keilhofer

Wenn sich zwei alte Freunde treffen, die sich schon längere Zeit nicht mehr gesehen haben, gibt es viel zu erzählen. Das gilt auch in musikalischer Hinsicht. So hatte das Konzert von Peter Hammer und Keili Keilhofer in der gut besuchten Kneipenbühne am vergangenen Samstag primär den Charakter einer Session, vorsichtig am Anfang, und dann immer flüssiger. Mit selbstgebauter 12- und 4-Saiten-Doppelhalsgitarre, seiner „Drohne“ (das ist ein Instrument, das sich selbst spielt) und dem Schellenkranz (ein Relikt aus der Straßenmusikantenzeit) am Schuh bewaffnet, entführte der Erfinder, Künstler, Musiker und Seemann Hammer seine Zuhörer in sein ganz spezielles Universum und spann feinstes Seemannsgarn: „Es regnet in Pisa im Dezember, es regnet in Pisa im August: darum steht der Turm so schief.“
Zu oftmals skurrilen, teilweise auf englisch, teilweise auf deutsch gesungenen Liedern lieferte Keilhofer, einer der eigenwilligsten und interessantesten Gitarristen der fränkischen Szene, seine spontan erfundenen musikalischen Kommentare. 
Die beiden Blues-, Folk- und Rock- Ikonen schwelgten aber auch in Erinnerungen: viele Stücke aus dem 1998 in O’wei’ aufgenommenen Album „Live At Golly’s“ waren zu hören, etwa „Sinking On Dryland“ oder das phantastische „Hello Taormina“. Dabei konnte der von den beiden Nürnberger Urgesteinen kreierte Begriff „Hard Folk“ für den präsentierten Musikstil treffender nicht gewählt sein. Höhepunkt des Ganzen war eine Session im letzten Teil des Konzerts, an dem zwei Drittel der Formation „Breeze The Creaze“ beteiligt war und man solche Ohrwürmer wie „Auld Lang Syne“ oder „Honky Tonk Woman“ von den Stones zu hören bekam.