Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2004 02.10.

Sandy Scofield

Am vergangenen Samstag spielten die Metis-Indianerin Sandy Scofield (Gesang, Gitarre, Perkussion) zusammen mit der Cree-Indianerin Shakti Hayes (Gesang. Perkussion) und dem kanadischen Gitarristen Stephen Nikleva in der übervollen Kneipenbühne. Traditionelle indianische Lieder versetzten die gleichermaßen ergriffenen und begeisterten Zuhörer in die Welt der nordamerikanischen Indianer. Zweistimmig wunderschön a capella zur Trommel gesungen, beschrieben diese Songs etwas von der Ehrfurcht, die ein Indianer der Natur und den Ahnen entgegenbringt. Sandy Scofields eher tiefe Stimme und Shakti Hayes feiner Sopran ergänzten sich hierbei perfekt.

Die andere Seite des Konzertabends war geprägt von Sandys Folksongs, die klug arrangiert und virtuos vorgetragen wurden- sie erinnerten manchmal an Joni Mitchell oder Joan Baez. Dabei tat sich besonders der Gitarrist Stephen Nikleva hervor und erwies sich als ein mit allen Wassern gewaschener Virtuose - ob sanfte Melodien à la Bill Frisell oder ruppige Tangos à la Tom Waits - er überraschte mit enormem Facettenreichtum und brachte ungeahnte Nuancen in das Konzert. Da traditionelle Stücke in klugem Kalkül mit poppigen abwechselten, hatte man nie das Gefühl, man könne sich an dem einen oder anderen satt hören - im Gegenteil: offenbar machte diese Musik das Publikum geradezu süchtig nach mehr - geht man von der Anzahl der Zugabeforderungen und später den Verkaufszahlen von Sandys CDs aus.
Die Programmgestalter der Kneipenbühne haben es in dieser neuen Saison bereits zum wiederholten Mal geschafft, Außergewöhnliches in höchster Qualität zu bieten und dafür auch noch ein breites Publikum zu interessieren - was könnte man sich in dieser Hinsicht noch mehr wünschen!