Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2014 22.03.

Britta T & Band

Wie nahe sich Blues, Rhythm & Blues, Rock’n’Roll und Country Music sind, konnten die Zuhörer am Samstag erleben, als die großartige Britta T, eine mit internationalen Preisen ausgezeichnete Schweizer Sängerin zusammen mit ihrer fränkischen Band ihr Debüt in der Kneipenbühne gab. Denn nicht nur Country- und Western-Klassiker von Dolly Parton über Emmylou Harris bis Kris Kristofferson standen auf dem Programm, sondern auch Hits von Chuck Berry, Elvis Presley, den Stones und Robert Johnson. Zum ersten Mal in der über 30-jährigen Konzertgeschichte der „Kneipe“ schaffte es eine Combo, dass das gesamte Publikum sich von den Stühlen erhob und zu tanzen begann. Klatschen und Mitsingen verstand sich von selbst. Und das Ganze, obwohl die meisten der angereisten Gäste etwas komplett Anderes erwartet hatten, nämlich einen Blues- und Soulabend mit der Band „Blue Heat“. Die musste wegen Erkrankung des Keyboarders jedoch sehr kurzfristig absagen. Spontan sprang Britta T ein, reiste aus der Eidgenossenschaft an und riss mit ihrer sympathischen und unverstellten Art stante pede alle Sympathien an sich.  Aber auch die Begleitmusiker erwiesen sich als hochklassig. Schlagzeuger Güven Sevincli und Basser Martin Schröpfer groovten wie aus einem Guss, Keyboarder Jake Zenger, der zudem für den absolut hieb-und stichfesten Harmoniegesang zuständig war, brillierte auf Klavier und Orgel gleichermaßen und gönnte dem Besucher den Genuss eines echten Leslies. Martin „Lenny“ Lamla schließlich, ein blutjunger Gitarrist, der ohne die Chance eines gemeinsamen Übungsabends zum ersten Mal in der Band mitwirkte, schlug sich tapfer und überraschte ein ums andere Mal mit durchaus hübschen und einfallsreichen Soli. Der Abend bereitete viel Freude – und wer anfangs einen faden Beigeschmack auf der Zunge verspürte, weil er sich an die deutsche Fernfahrer- und Western-Hobbyisten-Szene erinnert fühlte, musste sich eines besseren belehren lassen, denn die biedere Band „Truck Stop“ oder ein braver Gunter Gabriel hat mit dem nichts zu tun, was Britta T und ihre Jungs an melodischem und harmonischem Feuerwerk in einem langen und intensiven Konzert abbrannten.