Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2024 23.03.

Butterfly

War’s das Fußball-Länderspiel, war’s der Beginn der Osterferien oder war’s – das ist naheliegend – der Musikbegriff „Jazz“, der beim Oberpfälzer Publikum anscheinend immer noch Angst vor einem akustischen Haut- und Hörausschlag hervorruft? 

Schade: am vergangenen Samstag wurde in der Kneipenbühne ein liebenswürdiges, herz- und ohrenerfrischendes Konzert verpasst. Gerade einmal zwei Händevoll Gäste wollten sich auf das Sextett „Butterfly“ einlassen, dessen hochkarätige Musiker Mainstream-Klassiker von Herbie Hancock und Cole Porter bis Miles Davis bravourös interpretierten, poppige Songs von Sting bis Ray Charles (Original: Hoagy Carmichael) brachten, George Benson und Grover Washington Jr. in Erinnerung riefen und neben vielen anderen Juwelen auch ein paar bemerkenswerte Eigenkompositionen des Gitarristen Detlev Haimerl im Programm hatten.

Als großartig erwies sich die Zusammenarbeit zwischen Bassisten Jonni Pickel und Schlagzeuger Horst Faigle – die beiden spielen seit Jahrzehnten (auch immer wieder einmal in der Kneipenbühne) gemeinsam in den verschiedensten Formationen. Was ausgefuchste Groovemuster betrifft, macht den beiden keiner etwas vor. Auf solch wundervoll blühendem Rhythmus-Blumenfeld konnten Keyboarder Ernst Kreuzmair, Saxophonist Dirk Prignitz und der Initiator des Projekts, Gitarrist Detlev Haimerl – alle drei Virtuosen auf ihren Instrumenten – ihre musikalischen Schmetterlingsflügel entfalten und von einer Blüte zur nächsten gaukeln. Die für solch eine Idylle notwendigen Sonnenstrahlen schickte Sängerin Elke Weidner mit ihrer klaren, auch in tiefen Tonbereichen kräftigen und sicheren Stimme, die an Annie Ross erinnert. So geht man gerne in frühlingshafte Osterferien!