Veranstaltungskritiken

Würdigung vergangener Veranstaltungen in der Kneipenbühne:

2015 28.11.

Dieter Weberpals und Freunde

Dieter Weberpals, seit mehreren Jahrzehnten in Sachen Weltmusik äußerst erfolgreich unterwegs, hat endlich eine Solo-CD veröffentlicht, zu deren Produktion er musikalische Freunde aus der Zeit seines Wirkens eingeladen hat. Die Scheibe mit dem trefflichen Titel „Meditation“ stellte er nun am Samstag in der Kneipenbühne vor und präsentierte an der Seite einiger seiner Mitstreiter ebenso wunderschöne wie intensive akustische Preziosen. 
Da war zunächst einmal Karl Heinz Vogt, ein Mann mit berührender Gesangsstimme, der sich auf gefühlvolle Musik amerikanischer Ureinwohner konzentrierte. Er präsentierte Mantras wie das indianische „The river is flowing back to the sea“ aber auch „Altissima Corazón“ und konnte bei so manchem Gast unbekannte Saiten seiner Seele zum Schwingen bringen.
Da war Rainer Rabus, der mit Handpans seine Zuhörer mit  – im wahrsten Sinne – unerhörten Klängen überraschte. Ein Handpan ist eine Art Steel Pan (fälschlicherweise Steel Drum), die aber nicht mit Schlagzeugstöcken gespielt, sondern sanft mit den Fingern bearbeitet wird. Dieses ergreifende Instrument ist letztlich das Resultat brutaler Unterdrückung und zeigt, dass selbst unmenschliches Handeln zu positiven Resultaten führen kann, vielleicht sogar muss: Britische Kolonialherren auf Trinidad untersagten ihren Arbeitern, Trommeln zu verwenden. Diese jedoch umgingen das Verbot, indem sie auf Blechfässern musizierten. Und so entstand eine ganz eigene Musikkultur, die nun nach Europa zurückkehrte und in der Form von Handpans auf eindringliche Weise einen Bereich meditativer Musik abdeckt. 
Da waren schließlich die „Global Flute Players“, eine Flötengruppe, die mit enormem Klangreichtum überzeugend einen irischen Kneipensong interpretierte, aber auch Yusef Lateefs „Woodward Avenue“ und eine Komposition des Inders Paramashivam zum Besten gab.
Das Konzert mit Dieter Weberpals, der eine Unzahl an Flöten aus allen Teilen der Welt vorstellte, strotzte jedenfalls nur so von klanglichen und stilistischen Besonderheiten. Es machte unbändige Lust auf mehr; und so überlegte sich so mancher Zuhörer, ob er nichts selbst zum einen oder anderen der vorgestellten Instrumente greifen soll, um damit seiner Psyche in Zukunft etwas Gutes zu tun.