Was läuft

BeBi-Duo

11.
Feb

Mit Bertl Wenzel am Saxophon und dem sprachgewaltigen Roland HH Biswurm an Schlagzeug und Percussion haben sich zwei Freigeister gefunden, die immer für eine Überraschung gut sind.  Improvisiert ist nicht nur die Musik, frei erfunden sind auch die dazu kredenzten Texte des experimentellen Gesamtkunstwerks.

Besetzung: Bertl Wenzel (Saxophone, Tuba, Violine),
Roland HH Biswurm (Schlagzeug, Perkussion, Stimme)

O'wei-Würdigung vom 11.3.2017:

„Bitterer Ernst ist das Zurichten der Natur“, weiß der BR2-Kultur-Mitarbeiter Bisi Biswurm; hingegen: Süßer Spaß ist das Zurichten der Kunst. Das hat das Bebi-Duo am vergangenen Samstag mit seinem dadaistisch angehauchten Programm in der bedauerlich sehr unterbesetzten Kneipenbühne bewiesen. Freie Musik kommt ohne Schema aus und kann dennoch spannend und amüsant zugleich sein – da braucht es kein verbissen akademisches Getue, da wirkt stattdessen die reine Lust an Wanderungen auf rasiermesserscharfen Musikgraten. Heribert Bertini Wenzl (Saxophone und Klavier) und Roland HH Biswurm (Stimme, Schlagzeug und Perkussion) – das perfekte BeBi  – können sich auf ihre Virtuosität, ihre Kreativität und auf ihren Mut verlassen und treffen mit minimalistischen Versatzstücken und oft bizarren Splittern direkt ins Herzhirn und ins Hirnherz der begeisterten Zuhörerschaft, und auch oder vor allem wenn sie mit einer schlichten irischen Weise ihres verstorbenen Mitkämpfers Norbert Vollath gedenken. Ansonsten wird das gut gelaunte Auditorium durchweg ins fluxusartige Gesamtgeschehen eingebunden, indem es kräftig mittun darf – verbal und mit Glöckchen. Das bedeutet Heidenspaß-Garantie für zwangsgeschädigte Fastenzeitler, sofern sie ihre ebenso unbegründete wie kon- und diffuse Angst vor jazzbedingter Zungenlähmung, Ohrenverkrebsung und Midlifecrisis überwinden können. "DaDaJaZzz" macht krank? Das Gegenteil ist der Fall! Mund und Ohren erfahren eine Spontanheilung und stehen demgemäß sperrangelweit offen. Sollte es – als Folge übermäßiger Mentalgesundheit – doch eine Krise geben, dann wird sie hervorgerufen durch die quälende Angst, das Konzertende könne nahen und einer brandneuen Mitternacht den späten Nährboden entziehen; eine betrübliche Midnightcrisis wäre das Resultat. So weit lassen es die beiden Tageshelden nicht kommen, denn sie treiben ihre Darbietung weit vorher zum funkensprühenden Höhepunkt und sie treiben und treiben weiter, angefeuert vom Publikum. So soll ein Sonntag beginnen. Daher: ein Hoch auf Wenzl und Biswurm!

Datum:

11.02.23

Uhrzeit:

20:30 Uhr

Eintritt:

15 €

Noch freie Sitzplätze:

70