Was lief?

Werner Gerl

20.
Nov

Kabarettprogramm "Ich sterbe mich tot vor gelacht"

Antipasti  

"Was heisse, Tedesci seie immer pünktlich? Isse Dumm-Käs-Klischee. Viele Fraue klagere, ihre Manner komme immer zu fruh." (Gianluca über deutsche Pünktlichkeit)
"Diese Gaste isse unbeschnitten. No, meine unentschieden, beschnitten isse hau weg die Mütz von die ...von die... come se dice ... von die Finanzminister, von die Eichel, eh." (Gianlucas Definition von Beschneidung)
"Deutschland isse das einzig Land, wo habe die Teppichboden Menschenrechte." (Gianluca über das einzig wahre Klischee über die Deutschen) 
"Meine Frau isse totale Schussel. Sage immer, hätte statt die Moses gehen solle auf die Berge Sinai für hole die zehn Geboti. Hätte bestimmt verschusselt ein Tafel und wir müsseten nur beachtern fünf Geboti." (Gianluca über seine deutsche Frau)
"Deutsche sinne harte: bade in die Nordsee. Mache einmal die Füßbad in die Nordsee und habe Zehe wie die Fischstabchen und Gefüße blau wie die Jelzin und blutleer wie die Angela Merkel. Isse die Angela Merkel oder der Angela Merkel? Egalmente, sage das Merkel, isse Neutrum." (Gianluca über deutsche Härte)  
"Auf Sizilia gebe so viele Kakerlaki, werde gesammelt, gefüllt in Glaser und dann nach Deutschland verkauft als schwarze Olivi. No, isse Scherzo, aber nächstes Male, wenn esse eine sizilianische Oliv, du musse zählem, wieviel Beine hat." (Gianluca über sizilianische Exportartikel) 
"Wer A sagt, muss auch rschloch sagen." (Gianlucas Frau zum Thema Konsequenz) 
"Das Bundesgesundheitsministerium meldet, dass bereits 40 Deutsche an den Folgen von Viagra starben. Allerdings wurde nicht bekannt, ob Männer oder Frauen." (Welt der Wissenschaft)  
"CSU gegen Präimplantationsdiagnostik. Mit dieser Methode können Embryonen mit schweren Gendefekten erkannt und aussortiert werden. Die CSU fürchtet deshalb um ihren Partei-Nachwuchs." (Welt der Wissenschaft) 

Das Menu 

Den Speiseplan bestimmt der italienische Koch Gianluca Batozzi, ein wandelnder Vesuv, der über Deutschland räsoniert und die deutsche Sprache, über das Leben, die Liebe und natürlich die Küche ("mache Kroßübergeback von die feinste Fein mit Funghi di Steine und Silie di Peter"). Freilich steht der gebürtige Sizilianer mit Pinkelwurst, Matjeshering und anderen teutonischen Perversitäten auf Kriegsfuß. Zur Demonstration werden Totschmack-Spaghetti deutscher Fabrikenprovenienz live zerhackebeilt. 
Gianlucas radebrechendes Italo-Deutsch mag dem Umstand zu verdanken sein, dass er denselben Deutschlehrer wie Trapattoni hatte ("Giovanni sage, eh, Professore isse wie Flasche Lehrer!"). Im Gegenzug erteilt Gianluca dem Publikum die Lektion Null jeglichen Italienischunterrichts: wie man mit den Händen spricht. Danach versteht jeder, warum Italiener – schuldig oder unschuldig – zum Schweigen verurteilt sind, wenn Sie Handschellen tragen. Fegt Gianluca einmal nicht über die Bühne, präsentiert er Gäste seines Lokals, Typen aus dem Freizeitpark Deutschland, in der Regel hochgradig neurotisch, zumindest ein paar Tortellini sind bei jedem locker. Sei es bei dem Filius eines Philosophie-Professors, dessen Vater beschließt, sein Sohn solle mal was Dümmeres werden, sei es bei dem Arzt, der unter Morbus Jauchus leidet und seine Diagnosen nur noch im Multiple-Choice-Verfahren zu stellen vermag. Auf jeden Fall dreht sich auch bei den Gästen alles um die Sinnfrage: Was kam zuerst – die Nudel oder die Tomatensauce? 
Werner Gerl ist Gianluca Batozzi. Der Kabarettist (über 200 Auftritte mit der Gruppe "Freie Quäler Gemeinschaft") präsentiert in seinem ersten Solo-Programm eine kabarettistische Pizza mit Comedy-Belag von die feinste Fein und die leckerste Leck. 
Gianluca fungiert aber auch als Moderator, indem er Gäste seines Lokals präsentiert, Typen aus dem Freizeitpark Deutschland, in der Regel hochgradig neurotisch, zumindest ein paar Tortellini sind bei jedem locker. Das ganze Spektrum der bundesdeutschen Gesellschaft findet sich in der Pizzeria wieder, die besorgte Schwangere, die ihren Edel-Fötus via Walkman mit Englisch- -Vokabeln beschallt, damit er etwas Besseres wird, der Filius des Philoso- phie-professors, den der Papa einer Hirnwäsche unterzieht, damit er etwas Dümmeres wird. Von höchster Aktualität ist der Halbgott in Persilweiß, der sich damit outet, an Morbus Jauchus zu leiden und seine Diagnosen nur noch im Multiple-Choice-Verfahren stellen zu können. 
Gezeigt werden ferner Paare unterschiedlichster Couleur, die auf höchst vergnügliche Weise das ganze Dilemma der Geschlechterbeziehungen präsentieren, wobei das Problem bereits im Wort an sich liegt. Deshalb fordert Gianluca: „Musse heißen Gegut. In die Bogen von die Frag: Welches Gesuper haben Sie?“ 
In seinem Gesellschaftsportät präsentiert der Kabarettist und TITANIC-Autor Werner Gerl seine Figuren mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen, egal wie derb oder etepetete sie sind, ohne sie zu denunzieren. So entsteht in der Mischung der Sprachen und Dialekte, der Weltsichten, der Ein- und Aussichten eine Pizza Satyrico mit reichhaltigem Gag-Belag und pointenreichem Teig, der bislang die Zuschauer in München (4 Wochen im Schlachthof) und dem Rest Bayerns zu Beifallstürmen hinriss.

Datum:

20.11.04

Uhrzeit:

20:30 Uhr

Eintritt:

7 €

Noch freie Sitzplätze:

0