Geschichte

Wie alles anfing und wie alles weitergeht

2025 12.07.

Restaurierung

Ich habe mich noch einmal auf ein Gerüst gewagt, um die etwa 3 x,4 Meter große Schulhaus-Skulptur aus dem Jahr 1909 zu renovieren bzw. neu zu gestalten. Es lässt sich vermuten, dass der Spruch ursprünglich folgendermaßen hätte lauten müssen: "Segne uns Maria lind mit deinem lieben Jesuskind" (Alles in Großbuchstaben). 
Ich glaube Folgendes: Entweder der oberpfälzische Bildhauer oder der Mensch, der dem Bildhauer sagte, was er tun soll, stellte sich eine zentrale Frage:   

"D'Maria Lind, wer is äids ebba dees?" 

Er kannte keine Maria Lind, weder in Oberweiling, noch sonst wo. Also musste man das Mysterium auflösen. Statt "lind" bot sich "mild" an. Nun hätte zwar auf "mild" "Jesusbild" gereimt werden können … aber das machte ja nun wirklich keinen Sinn. 
Das ist nur eine Annahme, aber jedenfalls eine lustige Geschichte.

Leider existiert kein Foto davon, wie ich das erste Mal die Maria verschönert habe, vor etwa 40 Jahren – und vom Resultat gibt es auch nur ein sehr bescheidenes; der damalige Dorfpfarrer regte sich übrigens absolut künstlich auf über die "kracherten Hippiefarben der schändlichen und moralisch verwerflichen  Kommune …" Armer Katholizismus. Ich hab's jetzt übrigens noch "kracherter" gestaltet! Zum Trotz.

Als wir um die Jahrtausendwende unsere Birken fällen mussten, unter anderem, um die Verschattung unserer nagelneuen Fotovoltaik-Anlage zu verhindern, stellte sich heraus, dass die arme Maria so ganz und gar ohne jegliche Basis in der Luft hing – ganz unschön! Glücklicherweise stand mir ein Bauplan aus dem Jahr 1909 zur Verfügung, auf dem zu sehen war, wie die kahle Riesenfront (8 x 6 Meter) einst verziert werden sollte; und ich fand ein Foto aus dem Jahr 1920.
Es kostete mich sehr viel Hirnschmalz und handwerkliches Können, um dieses Rankgitter aus extra angefertigten Lärchenholzlatten zu (re)konstruieren. Ich wundere mich, dass mir das damals gelungen ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Schaut euch die Fotostrecke an.
Das letzte Bild heißt "Der Atheÿst auf dem Geryst"