Eine kleine Historie der Kneipenbühne:

Wie alles anfing und wie alles weitergeht.

1909 - So sah das "neue" Schulhaus vor etwa 100 Jahren aus

1981 -  ... und so am Anfang der Kneipenbühnen-Ära

1981 – Eine Nürnberger WG macht sich auf auf's Land

Im Juli 1981 zogen 6 Männer und drei Frauen (Hagen, Otto, Isolde, Frieder, Uschi, Hans-Jürgen, Hans, Hanne und Golly) in ein Schulhaus aus der Jugendstilepoche. Die 9 hatten vorher in einer Wohngemeinschaft in Nürnberg-Johannis gewohnt - Ausgangsbasis für dieses Projektvorhaben.
Angestrebt wurde seinerzeit ein freies, undogmatisches, solidarisches Zusammenleben zur Entfaltung der einzelnen Persönlichkeiten mit der politischen Zielsetzung, menschen- und umweltgerechte Strukturen in allen Lebensbereichen zu schaffen, zu unterstützen und zu erhalten.
Geplant waren nach Beendigung der wichtigsten Renovierungs- und Ausbauarbeiten unter anderem die Errichtung eines Tonstudios und einer - so nannten wir es damals - "Grundkunstbühne" mit Liveveranstaltungen und Filmvorführungen. Da bereits nach einem Jahr 5 der ursprünglichen 9 schreiend das Weite gesucht hatten: "Wir lassen uns doch unsere Träume nicht nehmen!" (statt sie zu verwirklichen, kicher...), kam der verbleibende Rest (Hans-Jürgen, Hans, Hanne und Golly) sehr schnell auf den Boden der alltäglichen Realität zurück. Siehe in diesem Zusammenhang auch das Foto links oben.
Im September 1981 öffnete die Kneipenbühne mit einem grandiosen Anfangserfolg, im Februar 1982 wurde "Projekt Film & Kunst e. V." gegründet - ein Verein zur Förderung der Kunst, dem auch postwendend die Gemeinnützigkeit zugesprochen wurde, die er auch heute noch besitzt; und aus den 10 anfänglichen Mitgliedern wurden im Lauf der Jahre weit über 100.
Im ersten Jahr wurde nach der Zimmerverteilung und der Sanierung der Klärgrube sofort mit der Renovierung der Fassade begonnen - alles im Do-it-yourself-Verfahren, auch wenn manche beim Besteigen des Gerüstes echte Panik bekamen. Nebenbei machten wir unseren knapp 2000 qm großen Garten urbar und zerstörten damit den letzten Rest Oberpfälzischen Urwalds...
Und wir renovierten und renovierten. Manches machte richtig Spaß: so zum Beispiel das Restaurieren des Bibelspruches über unserer Tür, "Kommet, Kinder höret mich, ich will euch die Furcht des Herren lehren. Ps. 33.11". Das Witzige - abgesehen von der unglaublich stringenten pädagogischen Aussagekraft (die Schulkinder mussten tagtäglich unter diesem Spruch durch, bis in die 60erJahre!) ist jedoch die falsche Quellenangabe: richtig muss es heißen: "Ps. 34.12", was aber die Qualität des Spruches auch nicht erhöht...
abstand

1991 – Zehn Jahre danach

Mittlerweile waren die verbleibenden 4 auf 3 (Hans, Hanne, Golly) geschrumpft, hatten mit diversen anderen Menschen (Gunther und später Mikesch und Franz) ein Zusammenleben versucht, was auch ganz gut geklappt hätte, wenn da nicht immer dieses merkwürdige zwischenmenschliche Gift im Spiel gewesen wäre.
Die Kneipenbühne war zur festen kulturellen Instanz im Landkreis geworden, das Publikumsinteresse hatte etwa im selben Maß abgenommen ... Beim 10-jährigen Bestehen (das mit einem rauschenden Sommerfest für Vereinsmitglieder und Freunde des Hauses begangen wurde), konnte man jedoch nicht ohne Stolz auf ein im Großen und Ganzen fertig renoviertes Anwesen blicken, auf das neu eröffnete kleine Tonstudio, auf viele kulturelle Highlights. Künstler waren in der Kneipenbühne aufgetreten, die später weit über die regionalen Grenzen bekannt werden sollten: der Jazzdrummer Wolfgang Haffner zum Beispiel, oder Ottfried Fischer und Gabi Lodermeier, um nur einige wenige zu nennen (wer mag, kann in der Konzertchronologie stöbern: ebenfalls unter "Was war".)

Eine Zeitlang gab es sogar eine kleine Monatsschrift, den
"Knopf" (das ist die Abkürzung für "Kneipenbühne Oberpfalz"), ein Programmheft und Diskussionsforum, ein Forum für Gedichte, Cartoons und Geschichten, Ernsthaftes und Nonsens: man brachte es auf ganze drei Jahrgänge! Dann allerdings wurde es den beiden Knopfmachern Mikesch und Golly zu viel - leider brachte sich nach der bekannten Anfangseuphorie sonst niemand mehr mit Beiträgen ein - und das Zusammenpuzzeln einer passablen Zeitschrift grenzt für nur zwei Mitarbeiter an Selbstausbeutung.

2001 – Zwanzig Jahre und noch nicht genug

abstand
Von den ursprünglich 9 Projektlern sind jetzt noch Hanne und Golly übrig ((dieses merkwürdige zwischenmenschliche Gift ist restlos verschwunden)) - das alte Schulhaus ist mittlerweile zu einem der schönsten Gebäude im Landkreis geworden, der Garten wurde um einen 200 qm großen Teich bereichert (ein voll funktionierendes Biotop), auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage, die mit ihren 4,2 Kwh Nennleistung einen kleinen Beitrag zur Schaffung einer liebens- und lebenswerten Umwelt leistet (seit Inbetriebnahme im August 2001 hat sich ein durchschnittlicher Ertrag von etwas mehr als 10 Kilowattstunden pro Tag ergeben, also etwa 3650 Kilowattstunden pro Jahr), das Haus wird komplett mit Holzpellets (ökologisch sinnvoll verwertete Energie - teilweise auch aus aus Abfällen von Sägewerken und Schreinereien) beheizt, das Kulturprogramm ist lebendig wie eh und je und das auf modernen Standard umgerüstete Aufnahmestudio kann zu Beginn des Jahres 2017 auf 30 Produktionen (in 28 Jahren) zurückblicken. Besuchen Sie die entsprechende Website "Knopfstudio"  (Der Name der oben genannten Zeitschrift "Knopf" hat sich übrigens auf wundersame Weise ins Studio hinübergerettet).
Und so wurden die utopisch anmutenden Ziele, die von der "Projektgruppe" am Anfang so plakativ formuliert worden waren, heimlich, still und weise (resp. leise) in die Tat umgesetzt, zwar nicht in der angestrebten Lebensform einer Kommune (gegen die auch nach all den Jahren nichts sprechen würde: wenn die richtigen Menschen kommen...) und bloß wieder in "bürgerlicher" Zweisamkeit, aber eigentlich ist das Wie ja egal. Denn "Es gibt kein richtiges Leben im Falschen" (Adorno). Hauptsache dass. Denn dass die Welt geändert werden muss, ist doch wohl klar: "Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wie, wenn ohne Liebe? (Und) Wer (soll sie ändern), wenn nicht wir?" (Rio Reiser)

Im Herbst 2009 schließlich, nach 28 Jahren erfolgreicher Kulturarbeit, werden wir mit dem Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz ausgezeichnet. Siehe weiter unten.

Oben ein Schnappschuss von einer privaten Geburtstagsfeier. Solche Familienfeste werden von uns natürlich gerne nach persönlichen Wünschen ausgerichtet, im Sommer auch im Garten. Zur Absprache von Termin und Modalitäten genügt ein kurzer Anruf unter 09182 450. Oder besuchen Sie uns und machen Sie sich ein persönliches Bild.

d

2006 – Die Viertel-Jahrhundert-Feier in Oberweiling

Statt vieler niedergeschriebener Worte diesmal eine kleine Fernsehreportage (gesendet im Franken-TV, Marktplatz Neumarkt, am 26. 7. 2006):


Und wer noch immer nicht genug hat: Einen "Ausschnitt" vom Riesenfeuerwerk gibt's hier zu sehen:  bitte anklicken
Ansonsten ist nicht viel zu berichten. Alles bleibt beim Alten - die Zeit mag keine Falten ... Und dennoch zeichnet sich immer wieder ein Aufbruch zu neuen Ufern ab.

2009 – Wir sind Kulturpreisträger des Bezirks Oberpfalz

Weil es da besonders viel zu sehen und zu hören gibt, bitten wir Interessierte, den folgenden Link anzuklicken:
Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz 2009
Hier findet man Zeitungsartikel, Bilder, Filme und Reportagen.

2011 – 30-Jahr-Feier im Reitstadel

Weil es da besonders viel zu sehen und zu hören gibt, bitten wir Interessierte, den folgenden Link anzuklicken:
Zeitungsartikel, Fotos, Filme

2014 – 1. August: Seit diesem Datum sind wir zu viert!

Unsere neuen Mitbewohner heißen Heike und Volker. Sie bringen bestimmt frischen Wind ins Geschehen und wir alle dürfen uns freuen, dass und gespannt sein, wie es weitergeht nach enormen Renovierungsarbeiten und immensem Umzugsaufwand.
 
 
 
… am 20. September haben die beiden geheiratet!

2016 – 35-Jahr-Feier im Reitstadel und andere Großereignisse

Hier ein paar Medien vom 23.September. Ach ja, übrigens: 455 begeisterte Zuhörer im ausverkauften Reitstadel Neumarkt – und nein: die Bilder wurden nicht in der Kneipenbühne aufgenommen. Wir haben das Ambiente nur perfekt nachgebaut, im Maßstab 1:1 übrigens … was für ein Bühnenbild!

"intv" war vor Ort und hat diesen klasse-Film gesendet!
Das schreibt das Neumarkter Tagblatt: bitte anklicken
und dies das Wochenblatt: bitte anklicken
und das die Neumarkter Nachrichten: bitte anklicken
Fotos: Heike

2016 – seit dem 31. Oktober sind wir zu fünft!

Wir begrüßen ganz herzlich unseren neuen Mitbewohner, das Kindl Max, den Max Kindl!

2017 – … and now for something completely different!