Meridianerland - Wissenschaft und Menschheit

Andrea Limmer
geschrieben von golly am 8.5.2016 spät, spät in der Nacht; oder auch: früh, früh am Morgen

D’Limmerin beendete die Kneipenbühnensaison 2015/16 furios. Die charismatische niederbayerische Kabarettistin Andrea Limmer begeisterte ihr Publikum fast von der ersten Minute an mit zum Niederknien ebenso spannenden wie absurden Geschichten über ihre ehemalige Wohngemeinschaft: über ihren Freund Obsti [einen veritablen, vegetarischen (?), den Alkohol liebenden Macho] ihre intellektuelle Freundin Hannah und ihre uralte Mitbewohnerin Cilli: wobei der oberbayerische Obsti These, die Österreicherin Hannah Antithese, und Cilli die Prothese darstellte. Auf ebenso herrlich lustige wie hinterfotzige Art nahm sie ihr Publikum mit auf eine Schiffsreise, von der am Anfang noch nicht so klar war, ob der Kahn untergeht oder nicht. Dass alle gut davonkamen, lag letztlich in den Händen der Zuhörerschaft, die das Problem im O’wei mit beherztem Mittun ohne weiteres löste.
Andreas’ Lieder, die sie mit ihrer Ukulele „Rosa“ (Luxemburg) begleitete, machten das ihren Schülern im Klassenzimmer der alten Oberweilinger Schule aber auch leicht, denn d'Limmerin präsentierte neben ihren wunderbaren, neunzig Minuten lang ohne jegliche Spickzettel wie aus einem Guss erzählten Ratschkathl-Geschichten immer zum richtigen Zeitpunkt die passenden musikalischen Intermezzi. Ein harmlos erscheinendes Lied über Waldtiere vermittelte zum Beispiel dem aufmerksamen Zuhörer den traurigen Zustand unserer derzeitigen Gesellschaft: „Jeden Tag steht a Bläder auf und scho nimmt die Welt an ganz deppertn Lauf“. Ich gerate ins Schwärmen. Zu Recht. Ein grandioser Saisonabschluss. Wunderbar!

Foto und Filme: Heike
And now for something completely different:

Hier ein interessanter Link: Provinzklang, eine Arbeit von Florian Lange. In der dortigen Navileiste (oben quer) "Kneipenkünstler" anklicken. Viel Spaß!
In eigener Sache:
Meinen zweiten Roman Lucky und Bajazzo (bitte anklicken) gibt es nach wie vor exklusiv bei Amazon und Kindle und selbstverständlich in der Kneipenbühne.

Das meint das Neumarkter Tagblatt (15.3.2013): Zeitreisen – sie sind ebenso faszinierend wie unbuchbar. Was wäre, wenn ich dieses und jenes noch einmal erleben könnte, um mich dann ganz anders zu entscheiden, gehört zum Durchstöbern alter Fotos oder zum Sehen eines alten Filmes …(zum Weiterlesen bitte anklicken)
… und das die Neumarkter Nachrichten: (23.3.2013): Literatur ist Arbeit. Das ist bekannt seit Thomas Mann, der morgens mehrere Stunden und nachmittags mehrere Stunden die Einsamkeit seines Arbeitszimmers suchte und an seinen Werken arbeitete … (zum Weiterlesen bitte anklicken)

 
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